Waldviertler Graumohn g.U.

Waldviertler Graumohn wird seit Jahrhunderten im Waldviertel kultiviert. Bis zum Jahr 1934 wurde "Zwettler Graumohn" an der Londoner Produktenbörse gehandelt. Allerdings ging der Mohnanbau in Österreich auf Grund der fehlenden Mechanisierung und steigender Importe im Laufe des 20. Jahrhunderts sehr stark zurück. Erst durch die Initiative des Sonderkulturenvereins wurde die Mohnkultivierung mechanisiert und dem Waldviertel seine "Wappenblume" zurückgebracht. Seit den 1980er Jahren erblickt man zwischen Ende Juni und Mitte Juli wieder die rot-weiß-lilafarben blühenden Mohnfelder.

Mohn braucht einen unkrautfreien feuchten Boden und ein nicht zu raues Klima. Mohn wird im März, April ausgesät und mit speziell adaptierten Mähdreschern im Hochsommer geerntet.

Verwendung

Die Samen des Mohns enthalten rund 45 % Öl. Gequetschte Mohnsamen werden vor allem für Mehlspeisen und Desserts verwendet. Er kann allerdings auch bei pikanten Gerichten eingesetzt werden. Mohnöl kann einerseits als hochwertiges Speiseöl in der kalten Küche oder als Rohstoff für die Farben-, Lack- oder Seifenindustrie eingesetzt werden. Vor allem für Künstler-Ölfarben wird Mohnöl verwendet, da es (halb)trocknend ist und kaum vergilbt. Da Waldviertler Graumohn als einzige europäische Sorte offene Kapseln aufweist, können nur hier die Samen ausgeschüttelt werden und es bleibt eine unbeschädigte Mohnkapsel zurück. Diese Mohnkapseln sind äußerst dekorativ und finden vor allem in der Floristik wie auch in der Bastelwelt sehr guten Absatz.

Die Sorten „Edel-Rot“ und „Edel-Weiss“ des Waldviertler Graumohns weisen einen verschwindend geringen Gehalt an Alkaloiden wie z. B. Morphin auf. Darüber hinaus gibt es jedoch spezielle morphinreiche Sorten, welche eigens für die Produktion von Alkaloiden durch die pharmazeutische Industrie verwendet werden. Das bedeutsamste Produktionsgebiet Europas für Alkaloid-Mohn liegt in Frankreich. Diese Nutzung unterliegt jedoch dem Suchtmittelgesetz.

geschützte Ursprungsbezeichnung

In der EU können landwirtschaftliche Erzeugnisse, deren Qualität oder Eigenschaften in engen Zusammenhang mit einer bestimmten Region stehen, besonders gekennzeichnet werden. Nach einem Antragsverfahren kann dabei die Bezeichnung "geschützte geographische Angabe (g.g.A.)" oder "geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)" geführt werden. Wobei die Bezeichnung "geschützte Ursprungsbezeichnung" ein wesentlich engeres Zusammenspiel zwischen dem Erzeugnis und seinem geographischen Ursprung bezeugt.

Waldviertler Graumohn trägt die Bezeichnung "geschützte Ursprungsbezeichnung". Damit wird EU-weit deklariert, dass die Qualität des Waldviertler Graumohns in hohem Maße von den klimatischen, geologischen und kulturellen Besonderheiten seiner Anbauregion, dem Waldviertel, abhängt.

EU-Registrierung des Waldviertler Graumohns
g.g.A und g.U.
http://europa.eu.int/qualityfood

Unsere Produkte

  • Graumohn (konventionell oder biologisch)
  • Graumohnöl
  • Mohnkapseln

Steckbrief Mohn

lat. Bezeichnung Papaver somniferum L.
Familie Papaveraceae (Mohngewächse)
verwendete Pflanzenteile reife Früchte, leere Mohnkapseln
Nutzung Nahrungsmittel und Dekoration
Inhaltsstoffe Fettes Öl