Pflanzenöle

etwas Chemie

Pflanzenöle bestehen vor allem aus Triacylglycerinen, auch Neutralfette genannt. Das sind Moleküle, bei denen Propantriol (Glycerin) mit drei Fettsäuren verestert ist. Triacylglycerine stellen die effizienteste Speicherform der Natur vor. So liefert ein Gramm Fett bei der Verbrennung 38 kJ Energie, während Stärke bei der Verbrennung nur 17 kJ Energie liefert.

Die Eigenschaften eines Pflanzenöls werden vor allem durch ihr Fettsäurespektrum bestimmt. Grundsätzlich kann man gesättigte und ungesättigte Fettsäuren unterscheiden. Gesättigte Fettsäuren besitzen nur Einfachbindungen, ungesättigte hingegen mindestens eine Doppelbindung. Grob lässt sich sagen, dass tierische Fette und Fette oder Öle von Pflanzen tropischer oder subtropischer Breiten eher gesättige Fettsäuren aufweisen, Pflanzenöle der gemäßigten Klimazonen vor allem ungesättigte.

Verwendung

Diese kompakte Energiespeicherung der Öle und Fette machte diese Stoffgruppe seit jeher für die menschliche Ernährung interessant. So tragen sie nicht nur wesentlich zur Energieversorgung des Menschen bei, sondern machen viele Speisen erst durch ihr cremiges Mundgefühl schmackhaft. Weiters sind sie wichtig für die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und stellen selbst zum Teil essenzielle Bausteine (Omega-6 und Omega-3 Fettsäuren) für die Immunabwehr dar.

Die Bevölkerung in den Industriestaaten nimmt heutzutage auf Grund des hohen Fleischkonsums zu viele gesättigte Fette auf. Daher wird empfohlen den Anteil der Pflanzenöle zu Gunsten tierischer Nahrungsmittel zu erhöhen. Speziell die essenziellen Fettsäuren (Linol- und Linolensäure) können durch verschiedenste Pflanzenöle aufgenommen werden.

Dank ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften sind Triacylglycerine aber nicht nur für die menschliche Ernährung von großer Bedeutung, sondern auch die verschiedensten technischen Anwendungsmöglichkeiten bieten sich an. So sind Fette und Öle ein wichtiger Rohstoff für die Seifen- und Tensidproduktion, für die Herstellung von Farben, Lacken oder Schmiermitteln. Außerdem können vor allem Öle, durch ihren großen Energiegehalt pro Volumen und ihr Vorliegen in flüssiger Form, als Treibstoff für Fahrzeuge oder zu sonstigen energetischen Zwecken (zB Blockheizkraftwerke) eingesetzt werden.

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