Vorstellung der Agrar Photovoltaikanlage im Rahmen des Waldland Sommerfestes
Agrar-Photovoltaik bei Waldland: Innovation verbindet Sonderkulturenanbau und erneuerbare Energie
Im Rahmen des Waldland Sommerfestes am Dienstag, dem 7. Juli, wurde am Waldlandhof die neue Agrar-Photovoltaikanlage offiziell vorgestellt. Zahlreiche Gäste folgten der Einladung, darunter LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf sowie Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen neben der Präsentation der Anlage vor allem die praktische Vorführung der Kräuterernte und die vielfältigen Möglichkeiten der Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen.
Mit der neuen, rund 1,4ha großen Agrar-Photovoltaikanlage setzt Waldland einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Landwirtschaft. Die Anlage verfügt in der ersten Ausbaustufe über eine Leistung von 630 kWp. Gemeinsam mit den bereits bestehenden Photovoltaikanlagen am gesamten Waldlandhof können damit bilanziell bereits rund 50 Prozent des Eigenstrombedarfs gedeckt werden.
Besonders hervorzuheben ist die Kombination aus Energiegewinnung und landwirtschaftlicher Produktion. Unter den beweglichen Solarmodulen werden empfindliche Arznei- und Gewürzpflanzen, wie Johanniskraut, Schlüsselblume, Schnittlauch und Koriander kultiviert. Die Module richten sich automatisch nach dem Sonnenstand aus und sorgen so für eine optimale Stromproduktion. Während der Ernte fahren sie in eine senkrechte Position, sodass die Erntemaschinen ungehindert arbeiten können.
Geschäftsführer Franz Tiefenbacher betont, dass diese Anlage bewusst als Forschungs- und Entwicklungsprojekt gesehen wird. Das Unternehmen beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Innovationen im Bereich der Sonderkulturen und verfügt über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung.
Mit der Agrar-Photovoltaikanlage sollen nun wertvolle Praxiserfahrungen gesammelt werden, um herauszufinden, welche Kulturen besonders von einer teilweisen Beschattung profitieren und wie sich Ertrag, Qualität und Energiegewinnung optimal miteinander verbinden lassen. Gleichzeitig trägt die Anlage zur Förderung der Biodiversität sowie zur nachhaltigen Stromerzeugung bei.
Auch moderne Technologien kommen auf der Versuchsfläche zum Einsatz: Die Aussaat erfolgt mittels eines autonomen FarmDroid Säroboters bzw. mit dem Ferrari, einen Pflanzensetzroboter. Gerade schattenliebende Arznei- und Gewürzpflanzen können unter den Solarmodulen vor sommerlicher Hitze geschützt werden.
Im Anschluss an die Vorstellung der Anlage erhielten die BesucherInnen einen unmittelbaren Einblick in die Praxis. Direkt auf der Agrar-Photovoltaikfläche wurde die Kräuterernte demonstriert, wobei live Schnittlauch und Johanniskraut geerntet wurde.
Landwirtschaftskammer NÖ-Vizepräsidentin Andrea Wagner bezeichnete Agrar-Photovoltaik als einen spannenden Ansatz, um landwirtschaftliche Produktion und Energiegewinnung auf derselben Fläche zu verbinden. Entscheidend sei jedoch, jede Anlage individuell zu beurteilen. Ob Agrar-Photovoltaikanlage sinnvoll eingesetzt werden könne, hänge von der jeweiligen Kultur und den Standortbedingungen ab. Gerade im Bereich der Sonderkulturen eröffne diese Form der Doppelnutzung interessante Perspektiven. Waldland nehme dabei eine wichtige Pionierrolle ein und liefere wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung.
Mit dem Projekt schafft Waldland eine wichtige Grundlage, um Erfahrungen für zukünftige Entwicklungen zu sammeln und gleichzeitig einen Beitrag zu mehr Energieunabhängigkeit, regionaler Wertschöpfung und einer klimafitten Landwirtschaft zu leisten.
Genussvoller Ausklang beim Waldland Sommerfest
Im Anschluss an die Eröffnung lud das Sommerfest zum gemütlichen Beisammensein ein. Die zahlreichen Gäste nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zum Netzwerken. Regionale Spezialitäten aus der Waldland Küche und Backstube sowie die musikalische Umrahmung durch das Waldland Blech sorgten im sonnigen Garten für einen stimmungsvollen Ausklang des Abends.

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