Mariendistelschälung

Neues Aufbereitungsverfahren von Mariendistelsamen zur Silymarin-Extraktion

 

Der Waldviertler Sonderkulturenverein beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit der Aufbereitung von Mariendistelsamen für die Silymarin-Extraktion. Im Rahmen dieses Projektes wird das Standardverfahren, durch einen neuen Aufbereitungsschritt so verbessert, dass der Silymaringehalt in der Extraktionsware von ca. 3 auf 6% steigt.


Der leberstärkende Wirkstoff „Silymarin“ der Mariendistel ist vor allem in der Schale der reifen Samen enthalten. Im Standardverfahren, das ebenfalls vom Waldviertler Sonderkulturenverein entwickelt wurde, werden die Samen in einer speziellen Ölpresse zu Presskuchen verarbeitet, der dann von unseren Pharmakunden der Extraktion zugeführt wird. Der Presskuchen enthält aber neben den silymarinhaltigen Samenschalen auch den wirkstoffarmen Mehlkörper (Endosperm). Im neu entwickelten Verfahren werden nun im Anschluss an die Ölpressung Schalen und Endosperm getrennt werden, um eine indirekte Wirkstofferhöhung zu erzielen.

 

 

Von der Blüte über die reifen Samen bis hin zu den Samenschalen- der Waldlandhof hat sich als Kompetenzzentrum für Mariendistel einen Namen gemacht.

Schon im Probebetrieb zeigte sich, dass die teilweise speziell für diese Aufgabenstellung entwickelten Anlagen die Ergebnisse aus den Versuchen bestätigen. Der angestrebte Wert von 6% Silymarin kann durch die zusätzliche Aufbereitung definitiv erreicht werden.


Von der Züchtung, Kultivierung bis hin zum extraktionsfertigen Endprodukt und Inhaltsstoffanalyse im betriebseigenen Labor verfügt der Waldviertler Sonderkulturenverein über einmaliges Know-How im Bereich Mariendistelproduktion, das auch vor Ort angewendet und umgesetzt werden kann. Die Entwicklung einer innovativen, verbesserten Aufbereitung der Mariendistelsamen zur Silymarinextraktion stärkt den Waldlandhof als Kompetenzzentrum für Mariendistel.

 

Dieses Projekt wurde unter der Vorhabensart 4.2.1. Verarbeitung, Vermarktung & Entwicklung landwirtschaftliche Erzeugnisse im Rahmen des Österreichischen Programms für die Entwicklung des Ländlichen Raums 2014 – 2020 eingereicht und aus Mitteln vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, dem Land Niederösterreich und der Europäischen Union (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)) unterstützt.